Während deiner Suche nach einer guten Hypnoseausbildung hast du wahrscheinlich ziemlich schnell exzellente Biografien, Zertifikate, Titel und jede Menge beeindruckende Zahlen gefunden – und suchst offensichtlich immer noch.
Aber warum eigentlich?
Vielleicht fehlen dir die Informationen, die du wirklich brauchst, ja immer noch.
Dann lass uns doch erst mal herausfinden, was du wirklich wissen musst.
Fakt ist: Du möchtest ein Handwerk lernen. Ein Handwerk, mit dem du später professionell und verantwortungsvoll mit Menschen arbeiten kannst.
Man kann das ein bisschen mit Autofahren lernen vergleichen.
Stell dir also vor, du suchst nach einem professionellen, verantwortungsvollen Fahrlehrer.
An erster Stelle wäre es ja schon mal beruhigend zu wissen, dass er selbst einen Führerschein hat.
Und wenn du dann die Webseiten verschiedener Fahrschulen durchklickst und dort ebenfalls beeindruckende Biografien, Zertifikate, Titel und Zahlen findest: Vielleicht ist dein Fahrlehrer Diplom-Pädagoge, gelernter Automechaniker und Autoelektriker, hat später noch Physik und Chemie studiert und könnte dir ganz präzise erklären, wie der Verbrennungsprozess im Ottomotor funktioniert, welche Kraftübertragung beim Schalten der Gänge stattfindet und wie viel Abrieb deine Reifen bei welchem Bremsweg haben.
Auch das würde dir wahrscheinlich ungefähr genauso weiterhelfen wie die beeindruckenden Biografien und Titel, die man online über Hypnoseausbilder findet.
Interessant wäre ja als Erstes mal, ob der selbst das Handwerk beherrscht.
Fährt er selbst regelmäßig Auto?
Ist er ein sicherer und verantwortungsvoller Autofahrer?
Und hat er die Fähigkeiten, dir das Handwerk auch beizubringen?
Kann er das, was er selbst kann, dir auch so vermitteln, dass du möglichst schnell und sicher selbst am Steuer sitzt?
Tja.
Und jetzt stell dir mal vor, in seiner Biografie steht natürlich, dass er einen Führerschein gemacht hat – aber außerhalb der Fahrschule fährt er seit 15 Jahren nur noch Motorrad und Fahrrad.
Tja.
Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich hätte da erst mal Fragen.
Viele Fragen, ehrlich gesagt.
Bei einer Hypnoseausbildung ist es vergleichbar.
Die folgenden Fragen helfen dir dabei zu erkennen, wie sicher und verantwortungsvoll eine Hypnoseausbildung aufgebaut ist.
Wie groß ist die Seminargruppe wirklich?
Frag nach einer konkreten Zahl.
Meine Empfehlung: Bei einem Dozenten maximal zwölf Teilnehmer.
Denn Aufmerksamkeit und Energie sind nun einmal begrenzt. Je größer die Gruppe wird, desto schwieriger wird es, auf individuelle Fragen einzugehen, jeden beim Üben wirklich zu beobachten und einzuschätzen, was der Einzelne verstanden hat und tatsächlich kann.
Arbeitet dein Ausbilder selbst mit der Methode, die er dir beibringt?
Führt er zum Beispiel eine eigene Praxis? Und wie intensiv arbeitet er dort tatsächlich mit Hypnose?
Gerade bei Hypnose sollte dein Ausbilder möglichst viel praktische Erfahrung mit unterschiedlichsten Menschen und Situationen haben.
Denn genau diese Erfahrung braucht er, um im Seminar auf das reagieren zu können, was tatsächlich passiert, deine Fragen fundiert zu beantworten und dich auch nach der Ausbildung vernünftig unterstützen zu können.
Wie viel echte Praxis hast du während der Ausbildung?
Frag konkret nach, wie oft und wie lange du selbst hypnotisierst.
Werden vollständige Sitzungen geübt oder hauptsächlich einzelne Techniken und kurze Sequenzen? Wird täglich praktisch gearbeitet? Und unter welchen Bedingungen findet diese Praxis statt?
Und genauso wichtig: Führt dein Ausbilder dir live vor, was du anschließend selbst üben sollst? Oder erklärt er dir nur theoretisch, wie es funktionieren soll?
Und falls während der Ausbildung selbst kaum oder gar nicht praktisch geübt wird, ist das vergleichbar mit Fallschirmspringen in der Theorie lernen – und später allein aus dem Flugzeug springen.
Lernst du Abläufe auswendig oder lernst du Hypnose wirklich zu verstehen?
Bekommst du hauptsächlich fertige Texte, Suggestionen und Abläufe, die du anschließend möglichst identisch reproduzieren sollst?
Oder lernst du das Prinzip dahinter, sodass dir der Transfer auf völlig neue Situationen und Kliententhemen ganz selbstverständlich gelingt?
Das ist ungefähr der Unterschied zwischen dem Auswendiglernen des Einmaleins und dem Verstehen, wie Multiplizieren funktioniert.
Wer das Prinzip verstanden hat, muss nicht jede denkbare Aufgabe vorher schon einmal gesehen haben.
Wie wird mit wissenschaftlicher Anerkennung umgegangen?
Die Hypnotherapie wurde 2006 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für bestimmte Anwendungsbereiche wissenschaftlich anerkannt.
Ein Qualitätsmerkmal ist deshalb auch, wie differenziert ein Ausbildungsanbieter mit dieser wissenschaftlichen Anerkennung umgeht.
Wird lediglich mit dem Wort „wissenschaftlich“ geworben?
Oder wird nachvollziehbar erklärt, worauf sich die Anerkennung bezieht und wie die beschriebenen Grundprinzipien tatsächlich in der Ausbildung umgesetzt werden?
Der Wissenschaftliche Beirat beschreibt die Hypnotherapie als primär lösungsorientierte Behandlungsmethode. Zu ihren Grundprinzipien gehören die Nutzung individueller Merkmale und bereits vorhandener Ressourcen sowie der Schutz unbewusster Prozesse. Das zugrunde liegende Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch die Ressourcen für seine Veränderung bereits in sich trägt.
Achte deshalb darauf:
- Wird ressourcen- und lösungsorientiert gearbeitet?
- Bleibt die Vorgehensweise individuell auf den Klienten ausgerichtet?
- Werden seine Autonomie und seine psychischen Schutzmechanismen berücksichtigt?
- Behält der Klient die Kontrolle über die Trance und die bearbeiteten Inhalte?
- Kann der Anbieter verständlich erklären, wie diese fachlichen Grundprinzipien in seiner Methode und Ausbildung praktisch umgesetzt werden?
Eine fachlich hochwertige Hypnoseausbildung benutzt Wissenschaft nicht einfach als werbewirksames Label. Sie übersetzt fachlich und wissenschaftlich beschriebene Grundprinzipien in eine sichere, verantwortungsvolle und praktisch nachvollziehbare Arbeitsweise.
Wirst du während deiner Ausbildung auch selbst hypnotisiert?
Wenn du später andere Menschen hypnotisieren möchtest, ist es wichtig, dass du während deiner Ausbildung auch selbst die Rolle des Klienten einnimmst.
Und zwar nicht nur, damit du weißt, wie sich Hypnose aus dieser Perspektive anfühlt.
Bekommst du wirklich ehrliches und konstruktives Feedback?
Kann dein Ausbilder dich dabei tatsächlich beobachten und einschätzen?
Denn nur ein freundliches „Super gemacht“ bringt dich fachlich nicht weiter.
Du brauchst Feedback, mit dem du weißt, was du verändern musst, bevor du später eigenständig mit Menschen arbeitest.
Entwickelst du dich während der Ausbildung auch persönlich weiter?
Welchen Support bekommst du nach der Ausbildung?
Frag konkret nach, was „Support“ tatsächlich bedeutet und wie unkompliziert du ihn nutzen kannst.
Gibt es die Möglichkeit zu individueller Supervision, wenn du bei einem Fall oder einer Situation fachlich nicht weiterkommst?
Und wenn du selbst einmal eine Hypnosesitzung brauchst: Steht dein Ausbilder dir dafür ebenfalls zur Verfügung?
Bekommst du Ausbildungsunterlagen – und wenn ja, in welcher Form?
Werden dir die Unterlagen gedruckt, digital oder in beiden Formaten zur Verfügung gestellt?
Und bekommst du zusätzlich Vorlagen und Materialien für deine spätere Praxis, zum Beispiel Anamnesebögen, Datenschutzerklärungen oder andere Arbeitshilfen?
Wird dein späterer Einsatzbereich mitgedacht?
Hypnose kann in ganz unterschiedlichen beruflichen Kontexten eingesetzt werden.
Deshalb sollte während deiner Ausbildung auch Raum dafür sein, wie du Hypnose später konkret einsetzen möchtest und welche fachlichen oder organisatorischen Fragen sich daraus für dich ergeben.
Kannst du deinen eigenen Anwendungsbereich mit deinem Ausbilder besprechen und bekommst du dazu konkrete Unterstützung aus der Praxis?
Findest du die Antworten auf diese Fragen schon im Vorfeld?
Ein guter Teil dieser Informationen sollte sich schon im Online-Auftritt finden lassen.
Und wenn nicht: Kannst du die offenen Fragen unkompliziert direkt stellen?
Gibt es eine kostenfreie Beratung im Vorfeld?
Und vor allem: Mit wem sprichst du dort eigentlich?
Mit der Person, die dich später tatsächlich ausbildet?
Oder mit jemandem, der mit deiner Ausbildung selbst gar nichts zu tun hat?
Kannst du deinen Ausbilder schon vor der Buchung kennenlernen – zum Beispiel in einem persönlichen Beratungsgespräch?
Denn auch das kann dir helfen einzuschätzen, wie offen, direkt und verantwortungsvoll mit deinen Fragen umgegangen wird, bevor du dich überhaupt entscheidest.
Und natürlich: Was ist dir persönlich wichtig?
Lass dir auch die Dinge genau erklären, die für dich persönlich wichtig sind.
Denn hier geht es nicht einfach um irgendein Produkt, sondern um etwas sehr Individuelles und Menschliches, das zu dir passen sollte.
Du solltest dich mit der Ausbildung, dem Ausbilder und der Art, wie du dort lernst, gut aufgehoben fühlen.
Denn nur wenn du dich in dem, was du da lernst und später anwendest, wirklich sicher und wohlfühlst, kannst du Hypnose auch authentisch und kompetent einsetzen.
Vielleicht hast du jetzt schon genug Klarheit, um besser einschätzen zu können, welche Hypnoseausbildung zu dir passt.
Wenn du noch Fragen hast, frag mich ruhig. Ich helfe dir gerne.
Ich unterstütze dich in jedem Fall gerne dabei, die für dich passende Hypnoseausbildung zu finden – auch wenn es am Ende nicht meine sein sollte.
Denn jeder gut ausgebildete und verantwortungsvoll arbeitende Hypnotiseur ist ein Gewinn für die gesamte Branche. Und das gilt genauso für jeden gut ausgebildeten und verantwortungsvoll arbeitenden Hypnoseausbilder.
Je mehr Menschen Hypnose verantwortungsvoll, sicher und mit nachhaltigem Erfolg anwenden und weitergeben, desto mehr Vertrauen bekommt die Hypnose insgesamt: weg von der Scharlatanerie, weg von der Showhypnose, weg von suboptimal arbeitenden Hypnotiseuren.
Und je mehr Menschen der Hypnose vertrauen, desto selbstverständlicher wird es irgendwann, sich bei einem passenden Anliegen Unterstützung in einer Hypnosepraxis zu holen.
Jeder gute Hypnotiseur ist auch ein Gewinn für mich.

